Interkulturelle Öffnung der Pflege

Bundeskanzlerin Merkel lud am 17. November zum Integrationsgipfel ein und fokussierte dabei ganz klar auf den Bereich Gesundheit und Pflege. Denn das Gesundheitswesen und die Pflege stehen auch hier vor neuen Herausforderungen, da auch Migranten altern. Laut Ärzte Zeitung lebten 2012 ca. 1,6 Millionen Einwanderer über 64 Jahre in Deutschland. Diese Zahl könnte sich jedoch bis zum Jahr 2030 auf bis zu 2,8 Millionen erhöhen.

Auf dem Integrationsgipfel wurden folglich die interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens und der Pflege in der Einwanderungsgesellschaft besprochen. Im Mittelpunkt stand dabei die Studie “In Vielfalt altern” des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Auch diese besagt, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund bis 2030 fast verdoppeln wird (aktuell: 258.000 pflegebedürftige Migranten).

Des Weiteren wurden die Pflegeerwartungen verschiedener Herkunftsgruppen diskutiert. Nach Studienergebnissen von “In Vielfalt altern” möchten beispielsweise 74 Prozent der muslimischen Frauen lieber von einer Frau gepflegt werden, bei Frauen christlichen Glaubens sind es 51 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass es jenseits der Grundversorgung noch viele unbeantwortete Bedürfnisse gibt, die aufgrund der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger mit Migrationshintergrund zukünftig mehr Beachtung finden sollten. Auch das Anwerben junger Menschen mit ausländischen Wurzeln für die Pflegeberufe sowie der Ausbau der Sprachmittlung zwischen Arzt und Patienten werden rasant an Bedeutung gewinnen.

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